Die Notfallmappe „Ich bin vorbereitet“

Manchmal findet man ja ganz nebenbei ein echtes Juwel, während man auf der Suche nach etwas ganz anderem ist. So ging es mir mit der Notfallmappe „Ich bin vorbereitet“ der
berufundfamilie Service GmbH, die ich auf einer Veranstaltung, „Alles zu meiner Zeit“ – Individuelle Personalplanung, fand.

Eine wahnsinnig tolle Unterstützung für Menschen in Pflegeverantwortung und Mitarbeiter, die sich darauf vorbereiten möchten.

Wegschauen hilft nicht

Sobald ich in den letzten Tagen meine Begeisterung über die Notfallmappe mich anderen teilen wollte, stockte allen der Atem. Lieber nicht drüber nachdenken! „Oh Gott, womit beschäftigst Du Dich denn?!?“ oder „Du malst den Teufel an die Wand, bis es Wirklichkeit wird.“, wurde mir versucht, ein schlechtes Gewissen einzureden.

Ich kann diese Aufregung nicht verstehen. Ist es nicht besser, auf einen plötzlichen Notfall vorbereitet zu sein, so gut es geht, statt im Falle eines Falles neben der Sorge um den Kranken auch noch die administrative Belastung tragen zu müssen?!?

Gute Vorbereitung schadet nicht

In vielen Fällen kann man sich wirklich gut darauf vorbereiten und wächst langsam in die Pflegeverantwortung hinein: über Monate kann man beobachten, dass eine nahestehende Person geistig oder körperlich verfällt, zunehmend auf Hilfe angewiesen ist.
Häufig aber kommt der Pflegefall aus dem Nichts. Von einem Tag auf den anderen muss der Partner, eines der Elternteile oder ein sonstiger naher Verwandter/ Freund versorgt werden.

Erfahrungsgemäß haben dann die Angehörigen einen schier unüberwindbaren Berg an organisatorischen Aufgaben und Verwaltungskram bzw. Anträgen zu bewältigen, während sie meist die die basalen Informationen nicht kennen, z.B. die Krankenkasse der Eltern, sonstige private Versicherungen etc.

Es schadet daher nicht, sich frühzeitig genau mit den grundlegenden Auskünften zu versorgen.

Dafür ist diese Notfallmappe ein Segen.

Persönliches und Offizielles bis ins letzte Detail

Die vorliegende Nofallmappe sammelt alle erdenklichen Informationen, die die Organisation einer Person umfassen.

Beginnend mit persönlichen Daten, wie Adressen, Konfession über nahestehende Personen, die im Notfall informiert/ nicht informiert werden sollen, werden alle Fakten systematisch abgefragt, die für die Versorgung einer hilflosen Person wichtig sein könnten.

Arbeitgeber, inkl. Personalnummer, diverse Berater (Steuer, Rechtsanwalt, Notar, etc.), Krankenkasse, Versicherungen, Finanzelles, Verbindlichkeiten, Krankheiten und einzunehmende Medikamente – es ist daran gedacht, dass schnell die nötigen Informationen verfügbar sind.

Natürlich dürfen die verschiedenen Verfügungungen und Vollmachten in einer solchen Mappe nicht fehlen. Sie sind die Grundlage, dass den Wünschen eines Pflegebedürftigen nachgekommen werden kann, weil ansonsten ein amtlicher Betreuer eingesetzt würde, der sich wohl eher nicht die Mühe macht, nach den Vorstellungen des Pflegefalls zu forschen.

Nach jeder Kategorie fragt eine Dokumenten-Checkliste ab, ob alle wichtigen vorhanden sind, oder noch besorgt werden müssten.
Auch schön – sollte man die Dokumente an unterschiedlichen Orten aufbewahren, kann man auch das in der Mappe angeben, so dass sie leicht gefunden werden können.

Dem Pflegebedürftigen die Würde erhalten

Auch scheinbar Nebensächliches, wie etwa, wer Zweitschlüssel für Wohnung, Garage, Büor oder Lager hat, oder in welchen Vereinen Mitgliedschaften bestehen, wird vermerkt.
Sogar die verschiedenen (Social-Media)-Accounts inkl. Passwörter sind vorausschauend berücksichtigt.

Meine Lieblingskategorie allerdings ist der Biografiebogen, in dem die persönlichen Vorlieben und Abneigungen der pflegebedürftigen Person abgefragt werden, sollten diese nicht mehr im direkten Gespräch geäußert werden können.
Daraus lässt sich auch für fremde Pflegeunterstützung schlussfolgern, welcher Persönlichkeit vor dem Notfall man gegenüber steht.

Ein Biografiebogen erfragt, welche Vorlieben und Abneigungen eine Person im Alltag pflegt
Quelle: berufundfamilie Service GmbH

Last but not least kann die Person für den Ernstfall angeben, welcher Art die Bestattung sein soll, welches Zeremoniell sie für die Trauerfeier wünscht, welche Musik gespielt werden oder wer Trauerredner sein soll.

Grundlagen zu Pflegebedürftigkeit

Als besonderen Service empfinde ich darüber hinaus die verschiedenen Informationsblätter und Checklisten zu Verfügungen und Vollmachten, zum Eintritt der Pflegebedürftigkeit, Pflegezeit, des Todesfalls.

Das Wichtigste wurde hier kompakt zusammengefasst und inhaltlich den entsprechenden Kategorien zugeordnet.

Hier kann man die Mappe bestellen

Wer die Mappe für seine Mitarbeiter zur Verfügung stellen möchte, kann sie über die berufundfamilie Service GmbH oder direkt mit einer E-Mail an ‚kundenbetreuung@berufundfamilie.de‘ erfragen.

Hier kann man die Notfallmappe bestellen
Quelle: berufundfamilie Service GmbH

Leider kann ich nicht sagen, wie viel die Mappe kostet. Im Rahmen einer Auditierung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf erhält man die Notfallmappe sicher sowieso. Ich habe sie bei einem Seminar erhalten, ggf. bekommt man sie aber auch als Service kostenlos. Bitte einfach ausprobieren und mir in den Kommentaren Feedback geben.

Sichere Verfahrung

Man kann die Mappe interaktiv oder ausdrucken und konventionell ausfüllen. Auf jeden Fall sollte man sie ausdrucken und auffindbar verwahren.
Eventuell noch wichtig am Schluss. Natürlich sind die Angaben in einigen Passagen äußerst sensibel. Ich weiß nicht, ob ich direkt in der Notfallmappe die Passwörter aller EDV-Accounts offenbaren möchte. Dafür wurde in der Mappe vorgesorgt. Wie bereits erwähnt, kann man Dokumente an unterschiedlichen Orten aufgewahren (Schließfach, Freunde, Notar…) und dies extra verzeichnen.

Aber eine Übersicht in diesem Umfang, die den Menschen erleichtert, einmal für mich zu sorgen , wenn ich psychisch oder physisch nicht mehr in der Lage bin, finde ich absolut notwendig. Deshalb kann mich gut damit anfreunden, die Mappe an einem Ort aufzubewahren, wo sie eben auch die Menschen finden, für die sie gedacht ist.

Über Deine Erfahrungen mit der Notfallmappe schreibe mir gerne in den Kommentaren oder unter susanne.hencke@hrkreativ.com

 

.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s