Für Dich gelesen: Achtsam durch den Tag

Wie bringe ich Achtsamkeit in meinen Alltag – das dürfte die häufigste und schwierigste Frage von Achtsamkeitsschülern sein. Dieses Buch gibt Antworten.

Achtsamkeit bedeutet, dem, was um Sie herum und in Ihnen geschieht  -in Ihrem Körper, Herzen, Geist -, bewusst die volle Aufmerksamkeit zu schenken. Achtsamkeit ist Aufmerksamkeit ohne Kritik und ohne Urteil.

J. Chozen Bays

Achtsamkeit statt Autopilot

Achtsamkeit ist also das Gegenteil vom „Autopilot“, der uns Dinge automatisiert tun lässt. Zähneputzen, Schuhebinden, Autofahren – all das tun wir, ohne auf die einzelnen Handlungen, unsere Empfindungen etc. zu achten.

Und das ist gut so – wir brauchen den Autopiloten, um pragmatisch durch den Alltag zu kommen. Während des Essens pflegen wir soziale Kontakte, der (geübte) Autofahrer kann gleichzeitig schalten, lenken, auf den Verkehr achten, sich mit dem Beifahrer unterhalten, vielleicht die Kinder auf dem Rücksitz in Schach halten… Der Alltag verlangt häufig, sich mit mehreren Dingen gleichzeitig zu beschäftigen oder schnell zu einem Ergebnis zu kommen.

Leider fallen wir dadurch aber in eine Art Trance – der Geist macht „woanders Ferien“ dabei. Und wenn wir den ganzen Tag im Autopilot verbringen, führt dies irgendwann zu Unzufriedenheit. Denn wir nehmen weder Ärger, noch Freude mehr tief war, hängen am Unangenehmen zu lange fest, oder sehnen uns ständig nach dem Besseren. Wir leben im Gestern oder im Morgen, aber den Augenblick nehmen wir nicht mehr wahr.

Das macht auf Dauer unzufrieden und unglücklich.

Manche Menschen greifen dann zu „Heilmitteln“ wie Essen, Alkohol, EInkaufen, Spielen oder sonstigen Ablenkungen. Das mag eine Weile funktionieren; doch all diese Versuche haben „Nebenwirkungen“ und machen auf lange Sicht noch unglücklicher.

Hier setzt die Autorin Jan Chozen Bays an. Sie zeigt die fünf wichtigsten „Nebenwirkungen“ der Achtsamkeit auf, wie z.B. Energiesparen oder Vertrautheit und verspricht, die Unzufriedenheit durch Achtsamkeit zu „besiegen“.

Was Achtsamkeit nicht ist

Die Autorin stellt jedoch klar, dass Achtsamkeit nicht bedeutet, angestrengt nachzudenken. Auch müsse man Aufgaben nicht mit Achtsamkeit gaaanz l a n g s a m machen. Achtsamkeit hat nicht unbedingt etwas mit der Geschwindigkeit zu tun. Manchmal fällt uns lediglich durch die Langsamkeit die Wahrnehmung leichter.

Außerdem ist wichtig, dass Achtsamkeit kein Übungsprogramm darstellt, das nach einer definierten Zeit zu absolvieren ist – es gibt keine Ober- oder Untergrenze für die Erfahrung von Achtsamkeit. Wir profitieren in dem Maße davon, wie wir sie in unsrer Leben einfließen lassen.

Achtsamkeit kann man auch beim Riechen üben

Fazit

53 Übungen für Achtsamkeit im Alltag, die nicht ontop kommen – als „Fitnesstraining“ für mehr Sinnhaftigkeit im Leben. Es sind Übungen, die den Alltag wieder bewusster machen sollen, also sich in das Leben hineinintegrieren. Jede der Übung wird eine Woche praktiziert, so dass sie zur Gewohnheit wird. Wer mag, kann eine neue Übung hinzufügen – mir fiel es leichter, sie alternativ anzuwenden.
Schön fand ich die Anregungen für Gedächtnisstützen, sich an die Achtsamkeitsübungen zu erinnern. Auch die Vertiefungsgedanken haben mich manchmal durch die Woche getragen.

Für mich auch eine tolle Übung im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements, auch als Teamübung geeignet.

Daten

Jan Chozen Bays (2011). Achtsam durch den Tag. 53 federleichte Übungen zur Schulung der Achtsamkeit. Oberstdorf: Windpferd Verlagsgesellschaft mbH; 14,95€

Auf meiner Facebookseite Feelgoodwork werde ich verschiedene der Übungen vorstellen – schau doch mal vorbei!

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