Besonders in schnell wachsenden Startups ist dieser Beruf sehr gefragt, um Fachkräfte zu binden und den Spirit eines Startups zu erhalten. Doch auch große Unternehmen interessieren sich immer mehr für den Feelgood-Manager. Grob zusammengefasst ist ein Feelgood Manager für die emotionale und strukturelle Unterstützung im Unternehmen zuständig.

Was ist das denn nun, ein Feelgood-Manager?

… oder sollte man besser sagen eine Feelgood-Managerin? Die meisten Feelgood-Manager, die ich kenne, sind Frauen. Ich bleibe also bei der weiblichen Form.
Sabine Hockling antwortet  in der  Zeit -Online Serie Chefsache  die auf die Frage eines Chefs: Feelgood-Manager sorgen dafür, dass sich Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen. Sind sie somit der vielzitierte „Clown“, der die Mitarbeiter bespaßt, den Obstkorb nachfüllt und Firmenevents organisiert?!

Feel Good-Manager betrachten nicht alles durch die rosa Brille, sondern arbeiten seriös an der Unternehmenskultur

Mitnichten. Das kann durchaus Teil des Aufgabengebietes sein. Aber welche Aufgaben eine Feelgood-Managerin genau im Unternehmen hat, variiert von einer zur anderen Firma stark. Grundsätzlich sorgt sie als Bindeglied zwischen Belegschaft und Management dafür, dass Probleme des Miteinanders, der Prozesse und Strukturen erkannt, bearbeitet und künftig verhindert sowie Konflikte gelöst werden. Sie kümmert sich um Leitgedanken und Leben der Unternehmenskultur. Aber auch Aufgaben wie Potentialerkennung, Verbesserung der individuellen Entfaltungsmöglichkeit, Kompetenzentwicklung, die Organisation von Events und das betriebliche Gesundheitsmanagement können Schwerpunkte ihrer Arbeit sein. Häufig ist ihr der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) in einem Unternehmen unterstellt, manchmal ist ihr Hauptaugenmerk „nur“ auf die Verbesserung der Kommunikationsprozesse gelegt. Zukünftig wird sie wohl immer mehr aktiv in das Employer Branding eines KMU einbezogen.

Die Mittel der Feelgood-Managerin sind dabei genauso variabel wie die Themen, die sie zu bearbeiten hat. Mit Gesprächsführung über Konfliktmanagement, Moderation, Beratungsangeboten, Coaching, Maßnahmen zur Teamentwicklung oder das Schaffen von motivierenden Gemeinschaftserlebnissen kann sie aus einem möglichst großen „Handwerkszeugkoffer“ schöpfen.

Welche Qualifikationen hat eine Feelgood-Managerin?

Die Grundkompetenzen ähneln denen anderer Jobs im HR Bereich. Grundlage bildet meist ein abgeschlossenes Studium der Psychologie, Soziologie oder Wirtschaftswissenschaften und einschlägige  Berufserfahrung im HR-Bereich. Weiterführende Erfahrung, z.B. in der Personalentwicklung ist ein Plus.

In Deutschland wächst die Zahl der Weiterbildungen zum Feelgood-Manager. Eine Zertifizierung  ist zwar nicht zwingend notwendig, eine Aus- bzw. Weiterbildung aber hilfreich, um sich mit den verschiedenen Aufgabenfeldern einer Feelgood-Managerin vertraut zu machen.

Braucht mein KMU eine Feelgood-Managerin?

Diese Frage habe ich bereits in einem früheren Beitrag kurz erörtert. Für die meisten klingt Feelgoodmanagement erst einmal nach Kosten für das Unternehmen und Spaß für die Mitarbeiter. Dass es sich allerdings durchaus für ein KMU rechnen kann, zeigen die verschiedenen Gründe, die für Feelgoodmanagment genannt werden: Mitarbeiter werden leichter gefunden, identifizieren sich mehr mit dem Unternehmen und sind motivierter; gleichzeitig vermindert man Fluktuation. Bei einem Durchschnittsgehalt von 40.000-€ lohnt sich die Feelgoodmanagerin schon, wenn nur ein Mitarbeiter des mittleren oder gehobenen Managements seinen Jobwechsel überdenkt und ein Jahr länger bleibt. In einer wertschätzenden Unternehmenskultur und förderlichem Arbeitsklima arbeiten Menschen zufriedener. Das Unternehmen profitiert zudem auch durch erhöhte Anwesenheit, Qualitäts- und Produktivitätssteigerung, zufriedene Kunden und Arbeitgeber-Attraktivität.

Online-Kurs zum Feelgoodmanager

Übrigens, ich werde 2018 einen Online-Kurs anbieten, in dem Du Dich zum Feelgoodmanager/ Feelgoodmanagerin weiterbilden kannst. Ich stecke noch mitten in der Konzeption. Schreib mir, was Dich in diesem Zusammenhang besonders interessiert. Eventuell kann ich das ja noch in meinen Kurs mit einbauen. Kommentiere einfach hier, oder schreib mir unter susanne.hencke@hrkreativ.com